Praktische Sigillenmagie

PRAKTISCHE
SIGILLENMAGIE
Kreative Methoden
der Dekonditionierung
Ausarbeitung
von Soror Mardoll
zur Erlangung des Gradus Mercurii
Die im Text auftauchenden Bilder stammen – sofern
nicht anders angegeben – aus meiner praktischen Sigillenarbeit.
Damit der Umfang dieser Arbeit überschaubar
bleibt, habe ich allerdings nur eine kleine Auswahl
dieser recht umfangreichen Arbeiten verwendet.
(Scans und Vektorisierungen durch M.)
Die Arbeit muss unregelmäßig organisch
wachsen können, nach Gutdünken, Augenmaß
und eigenem Gefühl und Gewissen des
"Arbeiters", der dann gar kein "Arbeiter"
mehr ist, sondern ein freier Mensch.
Friedensreich Hundertwasser
1. Einführung
Sigillaria hießen die kleinen Tonfigürchen, die man zu den
Saturnalien im Alten Rom zu verteilen pflegte. Sigillum ist die
Grundform, von der sowohl der Name dieser Figürchen als
auch die heute noch gebräuchlichen Worte „Siegel“ und „Sigill“
abgeleitet werden. Sigillum bedeutet „1. Bildchen; Relief,
Statuette; 2. Abdruck des Siegelrings, Siegel“ Es ist die Verkleinerungsform
des Wortes „signum“ (Zeichen, Bild), das in
der deutschen Sprache vor allem in dem Verb segnen überlebt
hat, das ursprünglich „mit einem (Kreuz-)zeichen versehen“
bedeutete.
Von dieser Etymologie ausgehend, stellt ein Sigill ein Bild
oder Abbild dar – im magischen Gebrauch ein magisches Abbild,
oder auch ein Abbild der Magie. In den mittelalterlichen
Grimoires u.ä. wird das Wort Sigill meist dem Wort Siegel
äquivalent benutzt, wenn nicht sogar nur von Siegeln gesprochen
wird.
In der Beschäftigung mit den Hierarchien von Engeln und
Dämonen, die der mittelalterlichen Feudalgesellschaft parallel
gebildet sind, stellen diese Art von Siegeln eine weitere Parallele
dar. Sie entsprechen den Siegeln irdischer Würdenträger,
eine Form der Beglaubigung und Ausdruck der Autorität des
Siegelbesitzers. „Kaisersiegel finden sich in Byzanz seit dem
6. Jahrhundert, Papstsiegel seit dem 9. Jahrhundert. Im frühen
und hohen Mittelalter siegelten Kaiser und Könige sowie Angehörige
des Adels und der hohen Geistlichkeit, denen die
Bürger seit dem 13. Jahrhundert folgten. Siegel geistlicher
Korporationen finden sich seit dem 11. Jahrhundert, Städtesiegel
seit dem Anfang des 12. Jahrhunderts (Trier 1113, Köln
1149)“1
1 Dies aus http://de.wikipedia.org/wiki/Siegel. Die Siegelkunde oder
Sphragistik ist eine der Historischen Hilfswissenschaften. Für einen
guten Überblick zur Sphragistik siehe z.B. die Virtual Library HistoIn
der Vorstellung mittelalterlicher Magier stellt die
Kenntnis des Siegels einer Entität eine Möglichkeit dar, die
Autorität des Siegelbesitzers zu übernehmen oder zumindest
nutzbar zu machen.
Die vorliegende Arbeit soll sich mit dieser Art von Siegeln,
die heutzutage in den meisten Fällen als Teilgebiet der Ritualmagie
begriffen werden, jedoch nicht befassen. Das Thema
ist „Praktische Sigillenmagie“, und hiermit ist die praktische
Arbeit mit Sigillen gemeint – Bilder oder Abbildern, also einer
besonderen Form graphischer und visueller Magie. Wie andere
Bilder sind solche Sigillen „selbsterzeugt“, entstammen also
einem kreativen Prozess und fordern auch die schöpferischen
und künstlerischen Fähigkeiten.
Sigillenmagie ist ein wunderbares Werkzeug, da Sie offen
ist für die verschiedenen magischen Systeme, in denen man
arbeiten möchte. Es bleibt einem offen, an welche Tradition
angelehnt man arbeiten möchte: sei es mit Runen, buddhistischen
Zeichen, kabbalistisch oder losgelöst von allen Systemen.
Besonders diese universelle Einsetzbarkeit reizt daran,
damit zu arbeiten. Es ist möglich mit einem Sigill alleine zu
arbeiten, ein Ritual darum zu erarbeiten oder auch die Sigillen
einfach im Alltag zu benutzen. In vielen magischen Systemen
wird mit Sigillen gearbeitet, man könnte sogar sagen, dass
Sigillenmagie zu einem wichtigen Bestandteil „moderner“
Magie geworden ist.
Die Popularität von Sigillenmagie wird allgemein auf den
englischen Künstler und Okkultisten AUSTIN OSMAN SPARE
zurückgeführt. Viele Bücher stützen sich darauf, was er erarbeitet
hat, wenn man auch darauf hinweisen muss, dass er a)
die meisten Prinzipien nicht erfunden, sondern bestenfalls
adaptiert hat und b) die „modernen“ Sigillenmagie, die sich
auf Spares Werk als Grundlage stützt, Spares Methoden nur
sehr verkürzt und teilweise verfremdet wiedergibt. Ich möchte
rische Hilfswissenschaften. Sphragistik, http://www.vlghw.
lmu.de/sphragistics.html
mich jedoch ebenfalls auch auf diese Arbeit stützen und mir
Teile seiner Angänge zu nutzen machen. Jedoch widerstrebt
mir einiges an seinen Methoden, und deswegen habe ich mir
einen zum Teil anderen Weg gesucht, um mit ihnen zu arbeiten.
2
Künstlerischer Ausdruck lässt sich schlecht reglementieren.
Die Form und das Medium, in dem Sigillen erschaffen werden,
ist sehr unterschiedlich. Während eher abstrakte Formen,
die in Zusammenhang mit Schriftzeichen u.ä., stehen, weit
verbreitet sind, können Sigillen auch bildhaft sein, oder die
bloße Zweidimensionalität der gewöhnlichen Grafik verlassen.
Eine umfassende Darstellung aller Möglichkeiten ist in einem
eher beschränkten Rahmen deswegen fast genauso unmöglich,
wie eine Darstellung der Kunstgeschichte. In dieser Arbeit soll
deswegen nur ein erster zusammenfassender Überblick über
Mechanismen und Möglichkeiten dieser Art von Magie gegeben
werden. Der visuellen Natur des Themas entsprechend,
sollen einige Grafiken als Beispiele und Ergänzungen dienen.
Wer als erstes auf die Idee gekommen ist, das (magische)
Universum begreifbar zu machen, indem er es aufzeichnete,
wird man wohl nicht mehr herausfinden können. Es ist müßig
und Zeitverschwendung, sich darüber Gedanken zu machen,
ob die steinzeitlichen Zeichnungen an den Wänden Geschichten
erzählten oder gar schon ein magischer Akt waren, um das
mächtige Mammut zu erlegen. Auch in solchen Zeichnungen
2 Ein nicht zu unterschätzendes Manko an Spares magischer Philosophie
ist sein unumschränkter Narzissmus. Alle Ideen, Symbole und
Prinzipien, mit denen er sich beschäftigt hat (Atavismen, Familiare)
oder bearbeitete, stammen ausschließlich aus ihm selbst, während er
alle anderen (klassischen) Arten von Symbolik und Form ablehnte.
Eine solche Selbstgenügsamkeit mag auf den ersten Blick bewunderungswürdig
erscheinen, beengt aber die Möglichkeit des persönlichen
Wachstums, da man sich anderen Sichtweisen und Ideen prinzipiell
verweigert und persönliche Begrenzungen/ Programme nur
noch verstärkt und sich immer weiter in sein eigenes persönliches
Universum zurückzieht. Spare starb als verwirrter, einsamer Einsiedler.
kann man magisches Denken sehen - zwar noch recht gegenständlich,
jedoch schon eine Abstraktion der Wirklichkeit.
Zeichnungen für einen magischen Akt zu verwenden, um ein
bestimmtes Ziel zu erreichen, scheint eine recht nahe liegende
Idee zu sein. Dies hat vielleicht auch damit zu tun, dass Kunst
ebenso wie Magie zu den besonderen Leistungen des Menschen
gehören – Fähigkeiten, die andere Lebewesen bisher
nicht haben entwickeln können.
2. Formulierung
Der Hauptunterschied zwischen einem „Sigill“, wie es in der
praktischen Sigillenmagie genutzt wird, und einer anderen
Form von Zeichen oder Symbol ist dieser: Der Prozess der
Sigillisation (Konstruktion) komprimiert ein magisches Verlangen,
Wunsch oder Willenssatz zu einem emotional aufgeladenen
Symbol (Sigill). Dieses Sigill bannt und „erdet“ das
ursprüngliche Verlangen, das somit vergessen werden kann –
die Lust nach Resultat weicht der stilisierten Absichtserklärung
in Form des Sigills.
Um ein Sigill zu entwickeln, formuliert man einen Satz,
was man erreichen möchte. Diese Formulierung sollte positiv
sein, denn das menschliche Unterbewusstsein akzeptiert keine
Verneinungen. Wenn man zu jemandem sagt, dass er z.B.
nicht an einen rosa Elefanten denken soll, denkt er sicher an
einen rosa Elefanten. Dementsprechend könnte die Wirkung
bei einer falschen Formulierung genau in die entgegengesetzte
Richtung gehen. Wenn ich dann den Satz forme „Ich will nicht
mehr krank sein“ liegt der Fokus auf krank, nicht auf der Verneinung.
Stattdessen sollte man lieber eine positive Formulierung
in Gegenwartsform finden wie: „Ich möchte wieder gesund
werden.“
Diese Art der Formulierung deutet auch darauf hin, dass
Sigillenarbeit in einem gewissen Zusammenhang mit Affirmationen
und anderen Arten der Autosuggestion steht. Angewandte
Affirmation kann zur Selbstkonditionierung dienen.
Dies sind positiv gehaltene, sich möglichst selbst verstärkende
Aussagen, die zur Vertiefung/Verstärkung eines Systems genutzt
werden. Sigillenarbeit geht über reine Affirmation jedoch
heraus, da die dahinter stehende Aussage nicht zur Vertiefung
eines Systems dient, sondern als Willenserklärung und
„magische Affirmation“ in Richtung praktischer „reality creation“
geht.
Wenn man mit Erwartungen ans Werk geht, denen man
selbst nicht vertraut, ist der Wille schwach, und das Ergebnis
ebenso. Die Formulierung des Willens-Satzes ist auch immer
eine Formulierung des Willens. Eine unbestimmte Absicht
kann auch nur ein unbestimmtes Ergebnis ergeben. Deswegen
sollte man sich genau überlegen, welche Anforderungen man
an sein Sigill richten kann und welche nicht. Sinnvoll ist es in
diesem Fall ebenfalls, zu bestimmen, in welchen Zeitraum
man wieder gesund werden möchte.
Die erste Phase praktischer Sigillenmagie beginnt damit,
dass man sich den genauen Wortlaut überlegt, was man erreichen
will. Das Verlangen mag bestehen und mächtig sein –
findet es aber nicht den richtigen Weg, sich auszudrücken, ist
das Ergebnis enttäuschend. Wann immer man noch einen
Zeitpunkt daran bindet, sollte man ihn in vernünftigem Rahmen
halten. Die Tücke liegt oft im Detail und man kann durch
eine ungenaue Formulierung die ganze Arbeit sabotieren. Diese
Erfahrung musste ich selber bereits auch schon machen.
Als ich noch am Anfang mit der Sigillenarbeit stand, hatte
ich mir ein kleines Ritual zurecht gemacht. Mein Ziel war ein
Studienplatz in Psychologie im nächsten Semester zu bekommen.
Da dies mir ein wichtiges Anliegen war, dachte ich es sei
von Nutzen, mich öfters als einmal darauf zu konzentrieren.
Also erstellte ich das passende Sigill und schrieb es mit
Wachsfarbe auf eine Kerze. Nach einem kleinen Pentagrammritual
setzte sich mich vor die Kerze und konzentrierte mich
auf das Sigill und somit auf mein Anliegen. Diesen Vorgang
wiederholte ich so oft, bis die Kerze ganz heruntergebrannt
war. Da mein Wünsch auf einen bestimmten Zeitraum gerichtet
war, gab es einen Wunsch, den ich gut nachkontrollieren
konnte. Natürlich bewarb ich mich in meiner Heimatstadt um
den Studienplatz und wollte nicht woanders studieren. Als
jedoch der Ablehnungsbescheid kam war ich doch enttäuscht.
Drei Wochen später jedoch bekam ich einen Brief, dass ich in
einer anderen Stadt das Studium aufnehmen könnte.
Im ersten Moment dachte ich das Experiment wäre gescheitert,
bis mir klar wurde, welchen Fehler ich begangen
hatte. Bei der Erstellung des Sigill hatte ich vergessen anzugeben,
in welcher Stadt ich studieren möchte. Somit lag das
Versagen darin, sich nicht genau genug ausgedrückt zu haben,
denn der Wunsch, den ich mit dem Sigill formuliert hatte, war
in der Tat in Erfüllung gegangen.
Also sollte man aufpassen, was man sich wünscht, denn es
könnte in Erfüllung gehen.3 Die Macht liegt in den Worten
und daher sollte man sich genau überlegen wie man sie formuliert.
Wenn man einfach sich nur wünscht, weniger zu wiegen,
meint man zwar abzunehmen, jedoch könnte es auch dazu
führen, dass man ein Körperteil verliert. Dadurch würde man
auch weniger wiegen, jedoch wäre man sicherlich nicht zufrieden
mit dem Ergebnis.
Zu oft besteht ein großer Unterschied was wir sagen/
schreiben und was wir wirklich wollen. Es ist wichtig
daran zu denken, dass man ein Ziel auf verschiedenen Wegen
erreichen kann. Einige der Wege sind vielleicht nicht erstrebenswert
und daher hilft eine genauere Formulierung. Auch
wenn es banal klingen mag, findet man gute Beispiele für die
Mechanismen des Wunsches, und was dabei schief gehen
kann, in den Geschichten von den Flaschengeistern aus
„10001 Nacht“ und ähnlichem. Eine moderne Form dieser
3 Für diesen perversen Sinn für Humor, der gerade in der Sigillenmagie
zum Ausdruck zu kommen scheint, kennt wohl jeder der sich
damit befasst, einige Beispiele. Es ist nicht unbedingt Murphys Gesetz,
dem alles zu unterliegen scheint, aber man bekommt schon
immer das, wonach man fragt, nicht das, was man will.
Legende sind die Filme Wishmaster I & II. Zwar erfüllt hier
ein boshafter Djinn den Menschen ihre Wünsche, jedoch auf
eine Art, die sie nicht erwartet hätten, weil sie mit ihrem Formulierungen
unachtsam waren.
• Der eine wünscht sich reich zu werden. In der Tat
geht sein Wusch in Erfüllung, weil seine geliebte
Mutter bei einem Flugzeugabsturz stirbt.
• Ein anderen windet sich in Schmerzen und wünscht
sich von den Schmerzen erlöst zu werden, woraufhin
er stirbt.
Jedoch gibt es zu diesen Thema wie immer eine geteilte
Meinung. Jan Fries ist der Meinung, man sollte sich bei der
Formulierung des Wunsches auf das Nötigste beschränken,
den Kern des Wunsches nehmen, ohne das ganze Beiwerk zu
beachten. Ein „Ich will“ einzukleiden ist unnütz, da dies ohnehin
die Natur des Wunsches ist.
Aus pragmatischer Sicht ist es durchaus zu erwägen, wie
weit man beim Formulieren seines Wunsches in die Tiefe gehen
sollte. Es liegt an einem selber, ob man lieber eine genaue
Formulierung bei der Erschaffung haben möchte oder einem
einfach die Kernaussage reicht und darauf vertraut, dass das
Unterbewusstsein schon wissen wird, wie man das gemeint
hat.
Einige Sigillen brauchen länger, bis das gewünschte Ziel
erreicht ist. Vielleicht hat man sogar schon längst wieder vergessen,
dass man für den Zweck eine Sigille angewendet hat.
Deshalb ist es auch hier sinnvoll, Buch zu führen. In einigen
Fällen hat man vielleicht wieder vergessen, dass man vor einigen
Wochen oder gar Monaten dazu eine Sigillenarbeit durchgeführt
hat bzw. wie der genaue Wortlaut war. Eine Dokumentation
der Wirkungen von Sigillenarbeiten gehört in die Praxis
des Magischen Tagebuches, die verwendeten Sigillen sollte
man jedoch nicht beifügen, um sie nicht wieder ins „Tages“-
Bewußtsein zu rufen.
3. Verschlüsselung
Aus FRIES, Jan: Visual Magick. A Manual of Freestyle
Shamanism, Mandrake Press 1992 (eigene Übersetzung):
Das Sigill soll nicht mehr an das eigentliche Begehren erinnern.
Wieso dies so sein soll, hat einen einfachen Grund. Unsere
Identität, der Aspekt unseres Selbst, welches uns bewusst ist,
ist erschaffen aus verschiedenen Verlangen und Ängsten. Unser
Ego ist eine Mischung aus Gewohnheiten und Glaubenssätzen
viele davon stehen im Widerspruch zueinander.
Wenn man etwas möchte muss man sich gewusst sein, dass
dieser Wunsch nicht von allen Teilen seiner Identität geteilt
wird und einige Teile der Persönlichkeit werden diesen
Wunsch entgegenwirken. Wenn der Wunsch ist mehr Geld zu
erlangen wird ein Teil der Persönlichkeit sehr bereit sein, dass
dieser Wunsch erfüllt wird während andere sich auflehnen
dagegen oder das Vorhaben kontrollieren wollen.
Es ist nicht nur der pure einfache Wunsch nach Geld, sondern
„Ich verlange mehr oder weniger nach Geld unter den
und den Bedingen.
• „Ich möchte das Geld nicht haben durch das Leid anderer“
spricht unser moralisches Empfinden.
• „Ich brauche gar nicht so viel Geld“ kommt von unserer
bescheidenen Seite.
• „Je mehr desto besser“ kommt von der gierigen Seite.
• „Ich will dafür arbeiten“ sagt unsere pflichtbewusstes
Selbst.
• „Wenn ich das Geld bekomme, dann verwende ich es
für gute Zwecke“ unsere idealistische Seite.
• „Ich würde dafür sowieso nicht arbeiten“ unsere zynische
Seite.
• „Leg dich damit nicht selber rein“ unsere kritisches
Selbst...
Dies ist erst der Anfang der ganzen Problematik. Was ist
mit dem Weg, mit dem der Wunsch erfüllt ist? Oder die Möglichkeiten,
die dadurch entstehen? Jeder Teil unsere Persönlichkeit
versucht sich da mit ein zu bringen und die ganze Situation
zu dominieren. Wer denkt schon Geld sei in diesen
Licht betrachtet ein schwieriges Anliegen, der solle das ganze
durchgehen mit den Wünschen „magisches Kraft“, „Liebe und
Aufmerksamkeit“, „Veränderung in der Persönlichkeit“, wenn
man sich in richtige Schwierigkeiten bringen möchte.
Wir haben in den seltensten Fällen nur eine Meinung zu einem
Thema. Es gibt viele Fallstricke und Verwirrung was
dazu führt, dass man aus dieser Sich dann kaum eine klare
Aktion, konsequente Ziele oder innere Kooperation, außer es
handelt sich um einen starken Überlebenstrieb bei Gefahr oder
wahren Willen) überwiegt. Dies ist der Grund wieso wir dafür
Sigillen verwenden.
4. Kreativität
Ein Sigill soll dazu dienen, einen ausformulierten Willenssatz,
eine magische Affirmation, in die Wirklichkeit umzusetzen.
Die Formulierung des Satzes, und somit der Willenserklärung,
richtet sich nach den persönlichen Fähigkeiten und Zielen des
Magiers. Daher sind die wirksamsten Sigillen für solche Zwecke
persönliche, also solche, die man selber erschafft. Sie haben
nichts zu tun mit einer anderen mythologischen, magischen
oder kulturellen Wirklichkeit, sondern stellen die eigene
Kultur, Magie und Mythologie dar. Da es die eigene Wirklichkeit
ist, die kreiert werden soll, liegt es vor allem in einem
selbst, dies zu bewerkstelligen.
In dem Film „Willow“ sucht der große Zauberer des Dorfes
einen neuen Lehrling. Allerdings muss dieser sich als würdig
erweisen und sich einen Test unterziehen. Willow, der unbedingt
bei dem Zauberer in die Lehre gehen will, unterzieht sich
auch dem Test. Der Zauberer stellt sich vor die Kandidaten
und fragt in welchen Finger die Macht liegen würde. Willow
ist als letzter dran und seine drei Vorgänger haben bereits bei
ihrer Antwort versagt. Er zögert und zählt einen Finger von
der Hand des Zauberers, der verkündet, dass er auch dies Jahr
keinen Lehrling gefunden hat.
Später fragt er Willow wieso er gezögert habe. Dieser sagt
ihm, dass er eigentlich seinen eigenen Finger hätte wählen
wollten. Dies wäre auch die richtige Antwort gewesen.
Die größte Macht über einen selber liegt in einem selber.
Dazu gehört auch das Wissen, dass die Sigillen, die man selber
geschaffen hat, funktionieren. Wenn man selbst nicht daran
glaubt, kann man es gleich sein lassen. Wer schon vorab an
der eigenen Wirksamkeit zweifelt, der kann auch keinen wirksamen
Willen formulieren. Die Macht liegt immer bei einem
selber. Deswegen ist es wichtig, auch selber herauszufinden,
zu welcher Methode der Sigillenmagie man den besten Zugang
hat. Wie auch im Leben gilt auch hier: Etwas von außen
sollte nie mehr Macht über einen haben als etwas aus einem
selber!
Die Arbeiten von anderen können gute Anregungen geben.
wie man arbeiten kann. Sie können Beispiele sein und Inspiration.
Jedoch sollte man das wirklich nur als Anregung verstehen
und es für sich selber ausbauen. Was bei dem einen funktioniert,
kann für jemanden anderen der falsche Angang sein.
Gerade die Methode der Sigillenmagie ist eine sehr kreative
und dies sollte man auch nutzen.
Zu Sigillen, die man selber erstellt, hat man natürlich einen
direkteren Zugang, weil sie aus einem selber entstehen – aus
dem, was einem vertraut ist, und zu dem man den besten Zugang
hat. Sie sind losgelöst von Geschichte oder Tradition,
sondern entstammen der eigenen Schaffensfreude. Daher wirken
sie am besten, wenn es sich um etwas handelt, auf das das
Unterbewusstsein Einfluss nehmen kann. Um ein Ergebnis in
Richtung persönlicher „reality creation“ zu erreichen, muss es
auch einen persönlichen Bezug geben. Sigillenarbeit dient vor
allem der eigenen Dekonditionierung, des Aufbrechens eigener
Blockaden, was man kann und nicht kann, was man will
oder nicht will. Es geht nicht nur darum, Dinge zu erreichen,
die man vielleicht für unwahrscheinlich gehalten hat – dies ist
einfach – sondern auch darum, innerhalb der eigenen Wirklichkeitsgestaltung
Dinge zu erreichen, die unmöglich scheinen.
Kreativität und Schaffensfreude sind hier Schlüsselworte.
Hier finden wir einen weiteren Unterschied von Sigillenmagie
zu magischen Siegeln, wie sie in der Ritualmagie genutzt werden
und die z.B. auf der Basis der Magischen Quadrate oder
der Mystischen Rose des Golden Dawn erstellt wurden. Dies
sind allgemein verbindliche, fast mechanische Methoden, Sigillenmagie
jedoch ist persönlich und kreativ.
Die Schöpfung eines Sigills stellt bereits ein abstraktes Ritual
dar, einen magischen Akt. Der Fokus liegt auf der persönlichen
Transformation, dem Erwecken persönlicher Fähigkeiten,
dem Ausüben des persönlichen Willens. Alles andere ist
irrelevant und sollte nicht existieren. Gerade deswegen sollen
Sigillen im Unterbewussten versenkt werden, um der konstanten
Kritik und Nachkorrektur des Bewussten entzogen zu sein.
Sicherlich ist es sinnvoll abzuwägen, wie die Wahrscheinlichkeit/
Machbarkeit eines Vorhabens überhaupt steht, oder ob es
effektivere Wege gibt – dies gehört aber noch zur Formulierung
des Willens. Ist der Wille erst formuliert, sollte nichts
mehr die persönliche Schaffenskraft einengen. Schließlich
geht es darum sein Unterbewusstsein dazu zu bringen, ganz
genau das zu erreichen, was man will.
5. Schöpfung
Aus Gründen der Übersichtlichkeit unterscheide ich im Folgenden
zwischen zwei Arten, Sigillen zu schaffen.
A. Die Ligatur (Zusammenbindung), in der bestehende
Formen zu einer einzigen zusammengefügt werden. Hier
werden einzelne Zeichen (Bedeutungsträger) zu einem
neuen umgeformt. Bei dieser Form der Konstruktion hat
die Geschichte und Semiotik, und die erlernte Wahrnehmung
einzelner Zeichen noch einen gewissen Einfluss.
B. Die Konzentrierung, in der in der amorphen Schöpfung
eine neue Form gefunden und definiert wird. Hier haben
Semiotik und Erlerntes keinen Einfluss mehr, die Formgebung
erfolgt losgelöst von der Geschichte – spontan.
A. Ligatur
„Ligatur“ ist ein aus der Typographie stammender Begriff
(von lat. ligatura „Verbindung“, nach lat. ligare
„(ver)binden“), der die Verbindung von mindestens zwei
Buchstaben zu einer neuen optischen und formalen Einheit
bezeichnet. Auch wenn der Begriff auf den ersten Blick ungewohnt
erscheint, begegnen wir seiner Anwendung jeden Tag.
Streng genommen besteht nämlich ein Teil des in Europa gebräuchlichen
Zeichensatzes aus Ligaturen, in Deutschland
sogar mehr als anderswo. (In den üblichen Zeichensätzen eines
Computers findet man sogar noch mehr.)
Einige Beispiele gebräuchlicher Ligaturen:
W V + V
ß ſ + s ſ = langes s, also eigentlich „ss“
æ a + e = ä
oe o + e = ö
& e + t „Kaufmanns-und“, „Ampersand“, von lat. et
= „und“
@ a + t „Klammeraffe“, „at-Zeichen“, von engl. at =
„bei“
% c + t Prozentzeichen, von ital. cento, abgekürzt cto.
+ o = „hundert“
$ U + S Dollarzeichen, von „US“ (United States)
Das Prinzip, unterschiedliche Schriftzeichen zu einem neuen
Zeichen zu verbinden ist jedoch sehr viel älter als typographische
Konventionen. Eine der bekanntesten Anwendungen
einer Ligatur, ohne dass dies angemerkt wird, ist die BINDERUNE.
Eine Binderune ist nichts anderes als die Verbindung von
mindestens zwei Runen zu einer neuen optischen und formalen
Einheit. Ligaturen sind also nicht nur auf das lateinische
Alphabet beschränkt, sondern können mit jeder Art von Buchstaben
oder Glyphe ausgeführt werden. Interessanterweise
wurden und werden bereits Binderunen nicht aus typographischen
Gründen, sondern vor allem zu kultischen und magische
Zwecken erstellt. Hierbei wurden entweder ganze Wörter oder
auch nur die Anfangsbuchstaben eines Satzes zu einem neuen
Zeichen verbunden.
Einige Beispiele bekannter Binderunen:
+ „Sigtyr“ = st
+ „gibu auja“ = Gib Kraft
+ + „alu“ = Äl, Inspiration
Beispiel aus der praktischen Arbeit: Binderune aus den vier Einzelrunen
Thurisaz, Kaunaz, Gebo und Fehu. Die Runen wurden solange miteinander
kombiniert, bis sich eine Gestalt ergab, die den Inhalt der Runenformel und
das Thema der Arbeit am treffendsten ausdrückte.
Von diesen historischen Beispielen ausgehend kann man
schon einige Ideen zur Konstruktion von Ligatur-Sigillen ableiten.
Hier zugute kommt zusätzlich auch, dass die meisten
Schriftsysteme sich auf einfache Grundformen oder sogar eine
Art Grundmatrix zurückführen lassen.4 Eine Verbindung kann
also relativ harmonisch hergestellt werden.
4 Die folgenden Matritzen sind entnommen aus: BUCHHOLZ, Erich:
Schriftgeschichte als Kulturgeschichte, Verl. d. Inst. f. Geosoziologie
u. Politik, 1965

Bemerkenswert, auf jeden Fall interessant
ist, dass die Grundformen bzw. Matrix der
Römischen Capitalis, die die Grundlage
des heute noch gebräuchlichen Zeichensatzes
ist, Formelemente aufweist, die von
besonderem Interesse für die Fraternitas
sein könnten. Dass die Matrix als Grundform
eine Art unikursales Hexagramm
aufweist, ist hierbei vielleicht sogar nicht
so spannend wie der geviertelte Kreis (≈
Malkuth-Zeichen) und die verschränkten
Winkel (≈ Saturn-Siegel).
Eine Nutzung dieser oder
einer anderen Matrix
kann interessante Symbole
ergeben, die als allgemeine
Glyphen z.B. zur
Meditation genutzt werden
können. Komplexere
(lange) Formeln oder Namen neigen dazu, die ganze Matrix zu
füllen, aber kurze Formeln ergeben recht einprägsame, runenartige
Glyphen. (Beispiel: Die Buchstaben F und S auf der
Matrix der Capitalis und eine daraus entwickeltes Sigill.)
„Wortmethode“
Die Wortmethode ist eine besondere Form der Ligatur. Sie ist
durch die Arbeit von Spare populär geworden und inzwischen
zu einem populären Element der westlichen Magie geworden.
Spare selbst hat diese Methode nur als eine von vielen eigenen
benutzt. Wie bereits oben gesehen, ist das Prinzip, ganze Wörter
oder Sätze zu einer neuen optischen und formalen Einheit
zusammenzufassen, nichts Neues. ( ) Die „Wortmethode“
erscheint nur moderner, weil sie die Formen des modernen
Alphabets nutzt, das rein funktional ist und dessen Einzelbuchstaben
keine magische Bedeutung mehr haben wie z.B.
die das Futhark.
Die Erstellung eines Sigills anhand der Wortmethode läuft
formelhaft in einigen wenigen Schritten ab:
1. Schritt. Man formuliert man seinen Wünsch bzw. Ziel.
(Willenssatz/ Affirmation) Unser Beispiel:
ICH WILL IN DEN NAECHSTEN
VIER WOCHEN GESUND WERDEN.
2. Schritt. Alle Buchstaben, die doppelt vorkommen, werden
aus dem Satz gestrichen. Dies dient der Reduzierung von
Formen, die man verbinden muss.
ICH WILL IN DEN NAECHSTEN
VIER WOCHEN GESUND WERDEN.
wird zu
I C H W L N D E A S T V R O G U5
3. Schritt. Mit den verbleibenden Buchstaben bildet man
ein einziges Sigill. Wie man die einzelne Formen anordnet und
verbindet, bleibt der eigenen Kreativität offen. Dazu werden
konventionell nur Großbuchstaben benutzt (Majuskeln), deren
Formen klarer zu trennen sind. Aus der Buchstabenfolge kann
zeitgleich auch ein Mantra entwickelt werden (Anagramm),
das später während der Aktivierung des Sigills zusätzlich verwendet
werden kann.
Am Ende sollte ein Sigill entstehen, in dem man selber
zwar die einzelnen Buchstaben noch sieht, anderen jedoch
verschlossen bleibt, wozu das Sigill an sich dienen soll.
Wenn man sich die Formen der Buchstaben genauer ansieht
erkennt man, dass einige auch in anderen enthalten sind.
Das I (senkrechte Linie) ist in vielen anderen vorhanden z.B.
H, L, T, D. Also muss man es nicht noch extra einbinden. Ein
P z.B. wäre in einem R enthalten usw. Eine Meditation über
die oben gezeigte Matrix wird viele andere Bezüge zwischen
den Grundformen unseres Alphabets erhellen.
Innerhalb der Ligatur können Buchstaben auch gespiegelt
sein oder gedreht eingebaut werden. Es ist nicht notwendig,
dass man sie gleich als solche erkennt. Die menschliche Fä-
5 Bei nochmaligem Betrachten erkennt man die Ambivalenz, die sich
eingeschlichen hat. „Ich will in den nächsten vier Wochen gesund
werden“ kann natürlich auch heissen, dass man erst in vier Wochen
gesund wird. Gemeint ist aber, innerhalb der nächsten vier Wochen
gesund zu werden. Zu spät! Das Sigill ist schon auf dem Weg. Dies
auch als Unterstreichung, wie leicht man sich mit einer vagen Formulierung
Ärger einhandeln kann.
higkeit, Formen zu erkennen und in Kontext zu stellen, ist
größer, als man denken mag. Diese Tendenz, jeden visuellen
Input in Kategorien einsortieren zu müssen, ist vielleicht sogar
Teil des Zensorkomplexes, den es auszutricksen gilt.
Die Enden der Sigille können noch verschönert werden mit
einem Kreis, Pfeil oder was einem als passend dazu in den
Sinn kommt. Hier kommt dann die Kreativität etwas mehr
zum Zuge, als wenn man ganz automatisch nur Formen kombinieren
würde. Im Beispielsfall könnte dies dann so aussehen:
Beispiel aus der praktischen Arbeit: Sigill nach der „Wortmethode“ zum
Willenssatz „ICH WILL IN DEN NAECHSTEN VIER WOCHEN GESUND
WERDEN“
Dies ist natürlich nur eine mögliche Form, wie so ein Sigill
aussehen könnte – eine persönliche Aufformung, die bei einer
anderen Arbeit selbst mit dem gleichen Grundmaterial anders
aussehen könnte. An dem Beispiel kann man jedoch einige
Anwendungen sehen, wie Formen verschlüsselt, gespiegelt
oder gedreht werden. Der Prozess der Sigillenkonstruktion
klingt einfacher, als er vielleicht ist. Manchmal braucht es
mehrere Versuche, bis man ein zufrieden stellendes Sigill erhält.
Dann jedoch kann man gleich damit arbeiten, so man es
wünscht.
Symbolligaturen
Eine andere Methode, die mit der Schriftligatur eng zusammenhängt,
ist ein Sigill aus verschiedenen Grundsymbolen
selber zusammen zu stellen. Hierbei überlegt man, wozu man
das Sigill nutzen will (Schlüsselworte) und schafft dann eine
Ligatur aus den angemessenen Symbolen und Zeichen. Diese
Methode ist etwas schwieriger, weil sie noch mehr Kreativität
und Nachdenken erfordert als die anderen. Denn hierbei ist
eine gewisse Kenntnis der Korrespondenzen und Wirkungsweisen
von Symbolen erforderlich.
Der Hauptunterschied zur Schriftligatur ist, dass nicht
Schriftzeichen aus einem einzigen Alphabet verbunden werden,
sondern Zeichen aus dem gesamten Bereich der Symbolik,
d.h. die gesamte esoterische Zeichenwelt wird als ein einziges
Schriftsystem betrachtet. Die einzige Grenze ist hier die
eigene Phantasie und Vorstellungskraft. Interessanterweise
gibt es sogenannte „klassische“ Symbole, die genau auf diese
Weise entstanden zu sein scheinen.
Beispiel aus der praktischen Arbeit: Aufgabe war, ein hypothetisches
Sigill zur finanzielle Lage des Orientes Hamburg zu konstruieren. Meine
Lösung besteht aus einer Ligatur des €-Zeichens mit dem astrologischen
Saturnzeichen, „H“ steht für Hamburg (HH).
Beispiel aus der praktischen Arbeit: Der „Euro-Helfer“, ein von Mstr.
Menthu entwickelter Imagospurius, verbindet das astrologische Merkurzeichen
mit dem Zeichen für das Element Erde sowie zwei €-Zeichen. Seine
Aufgabe ist es, Geschicklichkeit (Merkur) auf materieller Ebene (Erde) zu
vermitteln, die sich profitabel (€) auswirkt.
Symbol-Ligaturen können, da sie aus allgemein verfügbaren
Formen stammen, nicht so persönlich sein wie Schrift-
Ligaturen. Hier werden auch keine Willenssätze zu einem
Symbol zusammengefasst, sondern der Wille in esoterischer
Symbolik ausformuliert. Sie eignen sich aber gut als Embleme
von Wesenheiten oder Ideen, als Talisman oder rein magisches
Zeichen, das zum festen Bestandteil eigener Arbeit wird. Man
kann ihnen, da sie sie auf erprobten (kollektiven) Zeichen
basieren, auch einen größeren Zugriff auf das kollektive Unterbewusstsein
zuschreiben. Da die Teilelemente weiterhin
ihre geschichtlichen und kulturellen Bedeutungen mittragen,
sind sie universeller, jedoch weniger persönlich. Sie sind
leichter dechiffrierbar, wirken also auf einer intellektuelleren
Ebene des Bewusstseins.
B. Konzentrierung der Form
Während die Konstruktion von Ligaturen bewussten Gesetzen
und ästhetischen Grundsätzen folgt, die auf geordnete Formen
angewandt werden, erfolgt die Konstruktion durch Konzentrierung
aus Material, das vom Unterbewussten ungeordnet und
chaotisch zur Verfügung gestellt wird.
Hierzu eignet sich besonders gut die Technik des Automatischen
Schreibens bzw. Zeichnens, die bereits im 19. Jahrhundert
therapeutisch genutzt wurde. Hierbei wurden Patienten
im Halbschlaf, in Trance oder unter Hypnose zum Schreiben
angeregt, um das Unbewusste ins Bewusstsein zu holen.
Hier wird also bereits ein Austausch zwischen Unbewusstem
und Bewusstem genutzt, der der Sigillenmagie nicht unähnlich
ist6. Automatisches Schreiben ist also eine Methode um Sigillen
zu erstellen, die direkt aus dem Unterbewussten stammen.
Diese Methode hat den Vorteil, dass sie so abstrakt ist, dass
jemand anderes das Sigill niemals entziffern kann. Es erfordert
in meinen Augen noch weniger Arbeit als die Wortmethode,
da es dem Zufall bzw. dem Unterbewusstsein überlassen wird
ein Sigill zu finden.
Für diese Methode muss man sich in Trance versetzen bzw.
einen Zustand in dem man sich selber nicht ganz bewusst ist.
Man nimmt ein Stück Papier und einen Stift und lässt den Stift
übers Papier gleiten, ohne hin zu sehen. Vorher hat man sich
noch darauf zu konzentrieren, welche Sigille man erstellen
will. Die Willenserklärung muss also fest im Bewusstsein
verankert sein. Während des Vorgangs leert sich das Bewusstsein,
der Vorgang endet erst dann, wenn die Aufmerksamkeit
wieder darauf gerichtet wird und die Automatik des Prozesses
dadurch unterbrochen wird.
Beim automatischen Zeichnen schaut man zwar auf das
Blatt, jedoch ohne zu fixieren. Stattdessen lässt man der Hand
freien Lauf. Einige Menschen sind dazu jedoch nicht mehr
imstande, weil sie schon so konditioniert sind, dass sie es verlernt
haben einfach so zu kritzeln oder schon eine Zensur stattfindet,
dass es nicht gut genug aussieht. Sigillen jedoch müssen
nicht schön sein und können durchaus bedrohlich, bösartig
oder hässlich aussehen. Wenn man jedoch damit Probleme hat,
liegt das Problem an einem selber: Die Kontrolle eines Teil
6 s. Spare, Austin Osman / Carter, Frederick: “Automatic Drawing”,
Erstveröffentlichung in FORM MAGAZINE, Vol. 1 No. 1, April 1916
des Selbst ist zu groß. Sollte eine Blockade in dieser Hinsicht
vorliegen, so muss man erst einmal zur Freiheit der Form (zurück)
finden, bevor man authentische Sigillen konstruieren
kann. Hierzu ist es nützlich, solange einfach los zu kritzeln, bis
die zeichnende Hand sich frei zu bewegen vermag, um sich
aus der Konditionierung zu lösen.
Alternativ kann man auch eine Sigille einfach so dahinkritzeln,
um sie später für seine Zwecke zu benutzen. Allerdings
sollte man nicht zwingend die erste Sigille nehmen, die man
erstellt hat, sondern solange experimentieren bis man das Gefühl
hat es handelt sich jetzt um die richtige Sigille für diesen
Zweck. Bei dieser Methode ist es wichtig, dass man seinen
Verstand ein Stück weit ausschaltet, und sich darauf besinnt,
was man als Kind noch konnte, als man einfach „Briefe“ geschrieben
hat, ohne vorher mit der passenden Schreibweise
oder Buchstaben vertraut zu sein. Solche Art zu „schreiben“
ist vollkommen frei in der Form, kann aber durchaus auf nonverbale
Weise komplexen Begriffen Ausdruck verleihen.
Nachdem man fertig ist, betrachtet man das Ergebnis. Auf
dem Bild, was vor einem liegt, sucht man das passende Sigill.
Vielleicht wird die Aufmerksamkeit durch eine besondere
Anordnung von Formen und Linien angezogen. Dieser Anziehungskraft
geht man nach und isoliert das Bildelement, von
der diese Anziehung ausgeht. Wenn sich aus dem Bild nichts
passendes für einen ergibt, muss man es auf einen weiteren
Versuch ankommen lassen.
Ist die Aufmerksamkeit geweckt, gilt es nun, das isolierte
Bildelement zu reinigen. Hierzu kann man störende Linien
entfernen oder passende hinzufügen. Man könnte sagen, dass
die Form konzentriert bzw. kristallisiert wird. Im nachfolgenden
Beispiel sieht man, wie aus einer automatischen Zeichnung
ein Teilaspekt (linke obere Ecke) isoliert, vergrößert und
dann konzentriert wird, bis es zu einem effektiven Sigill geworden
ist.
Das Gute an dieser Methode ist, dass man sie auch im Alltag
ganz leicht nutzen kann. Um diese Sigillen zu erstellen,
muss man vorher nicht zwingend stundenlang meditieren.
Wichtig ist nur, dass eine entspannte, aber nicht fixierte Aufmerksamkeit
herrscht. Dabei ist es sogar förderlich, dass man
sich eigentlich auf etwas anderes konzentriert und das Bewusstsein
mit etwas anderem beschäftigt ist, als zu zensieren
oder nachzukorrigieren. Bei vielen Gelegenheiten ist das „Alltagsbewusstsein“
tatsächlich so sehr in Aufmerksamkeit genommen,
dass man nebenbei ein Sigill erstellen kann, ohne
dass der Zensor eingreifen kann. Ich habe gute Erfahrung damit
gemacht, beim Telefonieren Sigillen zu erschaffen, ohne
darauf zu achten, was ich zeichne. Oder während man auf den
Bus wartet, beim Fernsehen, etc.
Gerade durch das spielerische Element, dass man es nebenbei
macht, ohne groß darüber nach zu denken, kann man bessere
Ergebnisse erzielen, als wenn man sich selbst krampfhaft
dazu zwingt, ein Sigill zu erschaffen – kreativ zu sein. Der
künstlerische Impuls, der der Sigillenschöpfung zugrunde
liegt, kann nur in Freiheit gedeihen und sich effektiv manifestieren.
Sigillen-Alphabete
Eine Weiterführung dieser Art von Formkonzentrierung ist das
Erstellen eines ganzen Sigillen-Alphabets. Hierbei ist nicht
eine besondere Art von Geheimschrift gemeint, bei der der
gewöhnliche Zeichensatz verschlüsselt wird, sondern etwas,
was eher Ähnlichkeit mit einer Hieroglyphenschrift zu haben
scheint. Dieses Schrift ist das Ergebnis serieller Sigillisation.
Hierzu formuliert man einen Willenssatz. Dann erstellt man
für jeden Teil (Sinneinheit) des Satzes ein Sigill. Wenn man
z.B. jedes mal den Satz beginnt mit: „Ich will..“ reicht es, dafür
ein einziges Sigill zu entwickeln. Kleinere Wörter, die
eigentlich nur benutzt werden, damit das ganze in richtigen
grammatischen Zusammenhang stehen, wie Artikel u.ä., kann
man dabei weglassen. Wenn man z.B. den Satz „Ich will in
den nächsten vier Wochen gesund werden“ sigillisieren will,
braucht man zumindest je ein Sigill für „Ich will“, „in“,
„Monat“ und „gesund“. Wenn man für jedes Wort ein Sigill
gefunden hat. reiht man diese Sigillen hintereinander. Am
Ende kann man einen Kreis (Kartusche) um die Sigillen zielen,
um den Sinnzusammenhang zu betonen. Jedes Sigill, das
man sich so erschafft, schreibt man in sein Buch für Sigillen
und schafft so ein Repertoire an Zeichen, ein rudimentäres
Glyphenalphabet. Diesen Vorgang wiederholt man. Einzelne
Sigillen kann man bereits jetzt wieder verwenden, und es
kommen laufend neue hinzu. Im Laufe der Zeit hat man immer
mehr Sigillen und kann auf diese zurück greifen. Dadurch
erarbeitet man sich mit der Zeit eine eigene Symbolik. Die
Erstellung eines Sigillen-Alphabeth kann Jahre dauern, weil es
ziemlich aufwendig ist.
Hier einige Beispiele aus der Arbeit von Spare für seine Art
eines Sigillen Alphabetes.7 Wie man sehen kann, arbeitete er
bei diesen Beispielen mit einer Methode, bei der pro
Wort/Sinneinheit ein Sigill benutzt wird, die jedoch schließlich
zum Abschluss wiederum miteinander verbunden werden,
um ein konzentriertes Sigill zu bilden.
7 SPARE, Austin Osman: „The Zoëtic Grimoire of Zos”,
http://www.hermetic.com/spare/grimoire_of_zos.html
"I desire a largebottomed
woman for
social congress"
"I desire intercourse
with a
vampire"
"I wish the death
of Stalin"
"What is consciousness?"
Bei diesen Beispielen ist interessant zu beobachten, dass
die Wort-Sigillen teilweise durchaus zu identifizieren sind,
während die End-Sigillen keinen Sinnzusammenhang mehr
andeuten, und einander teilweise sogar recht ähnlich sind,
obwohl sie jeweils andere Ziele bezwecken sollen. Spare geht
hier konsequenter vor als seine Nachfolger. Sinn der Sigillisation
soll ja sein, dass nur das Unterbewusstsein die aktive Sigille
entschlüsseln und bearbeiten kann. Daher muss auch die
Schrift/Sprache, die man sich selbst ausdenkt – also bewusst
erschafft – letztendlich wieder verschlüsselt werden. Der Nutzen
dieser recht komplexen Vorgehensweise scheint also eher
ein ästhetischer zu sein und regt die Schaffensfreude an.

Beispiele aus der praktischen Arbeit: Ausschnitte aus einem Sigillentagebuch
(pro Seite ein Thema). Aus den hunderten automatisch erstellten Sigillen
wird das benötigte nach einiger Zeit zufällig oder intuitiv ausgewählt.
Sigillenhort
Eine weitere Methode, die die bisher erwähnten Techniken
fortführt, wurde von Jan Fries vorgestellt. Er erstellte Sigillen
und sammelte sie, ohne sie weiter zu beschriften, zu welchem
Zweck sie dienen sollten. Erst als er nicht mehr wusste, was
hinter der Sigille stehen sollte, begann er mit ihnen zu arbeiten.
Somit war er befreit von den Zweck und Absicht und auch
vom Hang nach Ergebnissen zu streben.
Dies ist eine einfache, aber effektive Technik, die Zensur
des „Tages“bewußtseins auszuschalten, dennoch sehe ich zwei
Nachteile, mit dieser Methode zu arbeiten. Zum einen bedeutet
sie, dass man nicht beurteilen kann, ob eine Sigille wirklich
wirkt, bzw. was sie eigentlich bewirkt, wenn sie wirkt. Es liegt
ein Stück Beliebigkeit darin, mit Sigillen zu arbeiten, von denen
man selber nicht mehr weiss, wofür sie stehen. Da Veränderungen
jederzeit eintreten können, kann man nicht einmal
abschätzen, welcher Veränderung Sigillenarbeit zugrunde
liegt, eine Möglichkeit der Kontrolle oder Dokumentation
besteht also nicht. Damit ist auch die Möglichkeit genommen,
sich ggf. eine neue zu entwerfen, die eventuell wirksamer ist.
Somit muss man, sollte einen das gleiche Thema wieder beschäftigen,
einen komplett neuen Satz von Sigillen erschaffen,
obwohl man eigentlich in seinem Repertoire eine wirksame
und erprobte Sigille bereit hat. Man weiß nur nicht, welche.
Das ist ineffektiv. Das Rad muss schließlich auch nicht jedes
mal neu erfunden werden, wenn man es braucht.
Zum anderen nimmt man sich die Möglichkeit zeitgleich zu
den Zeitpunkt, zu dem man zu seinem Thema arbeiten will,
damit an zu fangen. Es dauert vielleicht Tage, Wochen bis
man wirklich damit arbeiten kann. Und es ist sicherlich Zeitverschwendung,
mit einer Sigille zu arbeiten, deren Zweck
sich vielleicht schon längst überholt hat.
Selber notiere ich mir lieber, zu welchen Zweck ich einen
Satz von Sigillen entworfen habe, um sie eventuell wieder zu
benutzen, wenn sie sich als wirksam erwiesen hat, oder um zu
sehen, mit welchen Techniken ich gearbeitet habe und wie
sich die Sigillen im Laufe der Zeit verändert haben. Die Art
und Weise wie man seine Sigillen entwirft, kann laut Fries
einem auch über einen selbst Auskunft geben. Sei es zu sehen,
dass man gegen bestimmte Formen eine Abneigung hat, die
bösartig auf einen wirken und heraus zu finden, wieso dies so
ist. Oder vielleicht sogar wie man zu einem bestimmten Thema
steht. Mit der Methode des automatischen Schreiben, habe
ich z.B. festgestellt, dass einige Sigillen nach weichen Linien
und Kurven verlangen, während andere eher gerade Striche
und Spitzen ergeben und dementsprechend in meinen Augen
bösartiger aussehen müssen.
6. Aktivierung
Um Sigillen zu aktivieren, gibt es generell zwei verschiedene
Methoden:
Die eine Methode schreibt vor, dass man die Sigille nach
der Aktivierung sofort aus seinem Geist bannt. Sie werden
somit „unbewusst“, und werden somit der Zensur und Kritik
des Bewusstseins und der intellektuellen/emotionalen Mechanismen
entzogen. (Dies ist sicherlich eine Anwendung der
Verdrängungsmechanismen, die Siegmund Freud als erster
beschrieben hat. Nach Freud entstehen aus solchen Verdrängungen
Komplexe oder Neurosen – ob die Wirkung einer im
Unterbewusstsein aktive Sigille nun der einer Neurose ähnelt,
wäre zu untersuchen.)
Hierzu kann man sich verschiedener Methoden bedienen,
um während man sich auf das Bildnis konzentriert, einen Zustand
vorübergehenden „Unbewusstseins“ (Trance) zu erzeugen,
in dem die Grenzen zwischen „Tages“- und
„Nacht“bewusstsein niedergerissen werden. Hierzu eignen
sich fast alle Praktiken, die physische und psychische Mechanismen
ausnützen, um Trance oder vergleichbare veränderte
Bewusstseinszustände erzeugen können:
• Exzessive Körperanstrengung (Erschöpfung)
• Fasten
• Furcht (Psychodrama)
• Gesang (Mantra oder anderes)
• Kreisdrehungen (Derwishtanz)
• Meditation
• Orgasmus
• Sinneindrucküberlastung oder -entzug
• Stress (Flucht)
• Tanzen
• Todesangst (durch Asphyxiation / „Todesstellung“)
• Trommeln
Egal, mit welcher Technik man den besten Erfolg erzielt,
sie dienen einzig und allein der Herstellung eines psychisch
hoch aufgeladenen Zustands von Aufnahmebereitschaft. Die
Konzentration auf die Sigillenform sollte hierbei alle anderen
Gedanken verdrängt haben. In diesem Zustand wird das Sigill
aufgenommen in das Unbewusste und Non-Ego, des „Weder-
Nochs“. Die eigentliche Zeichnung selbst wird zeitgleich vernichtet,
so dass das Sigill nur noch in der unbewussten Erinnerung
des Magiers existiert.
Arbeit mit solchen Praktiken stellt eine Form abstraktes Ritual
dar, das sich in drei Punkte unterteilen lässt: 1. Der Prozess
der Sigillisation, 2. Die Aufladung des Sigills, 3. Die Lösung/
Loslösung. Diese Anordnung kann natürlich auch auf
komplexere Art und Weise durchgeführt werden, in Form
eines ausgedehnten Rituals, in das vielleicht auch noch andere
magische Praktiken einfließen.
Die andere Methoden wäre, dass man sich fortwährend mit
dem Sigill umgibt, bis er zu einem festen Bestandteil der Umgebung
– der Wirklichkeit – geworden ist. Der Geist funktioniert
merkwürdig, dass man das irgendwann gar nicht mehr
wahrnimmt, von dem man ständig umgeben ist. Hierzu geeignet
sind vor allem Sigillen, die auch einer Nachkorrektur und
Zensur des Bewusstseins standhalten und einen beständigen
Effekt haben sollen. (Talisman, ständige Gegenwart einer Idee/
Entität.)
Beispiel von Austin Osman Spare: Schriftligatur für den Namen „HORUS“.
Eher eine Form von Monogramm, da hier zwar die gleiche Methodik
genutzt wird, aber kein ersichtlicher Willenssatz damit verknüpft steht.
Ästhetisch eher unbefriedigend.
Welche Methode für einen die richtige ist, sollte man selber
testen bzw. es kommt auch darauf an welche Arbeiten damit
machen möchte. Vor allem je nachdem wie man die Sigille
erstellt hat und wie oft man sie benutzen will. Wenn ich ein
Ritual oder Arbeit mit einer Sigille sehr oft mache, ist es
schwieriger bzw. auch ungünstig, diese zu vergessen. Es gibt
zudem auch noch Sigillen, die man regelmäßig in seine Arbeit
einbaut und somit sollte man nicht vergessen, wie man sie
zieht bzw. zeichnet.
Ein Beispiel wäre die Saturnsigille, die man nicht aus seinen
Gedächtnis fegen sollte, oder Sigillen, die man zu seinen
eigenen Schutz benutzt. Hier ist es sicherlich sinnvoll, sie auch
im bewussten Zustand ständig parat zu haben, selbst wenn sie
im Unterbewussten wirken mögen. Man sollte sich vergegenwärtigen,
dass solche Zeichen ebenso wie andere Grundsymbole
(Pentagramm) auch Werkzeuge sind. Hier ist es ineffektiv,
über Unterschiede zwischen persönlichen und universellen
Zeichen und Wirklichkeiten zu reflektieren, der Erfolg ist der
Beweis.
Wenn man stundenlang daran gearbeitet hat, eine Sigille zu
erschaffen, kann es einem schwer fallen, sie zu vergessen oder
ihre Zeichnung zu vernichten. Dies kann ein weiterer Trick
des inneren Zensors sein, die Arbeit zu sabotieren. Der Stolz
auf die eigene Schöpfung soll hier das Gelingen ersetzen. Aber
die Zeichnung ist nicht das gewünschte Resultat der Arbeit,
und soll es nicht ersetzen.
Ein Fehler wäre sich selber zu sehr unter Druck zu setzen
sie zu vergessen, weil man dadurch nur noch mehr an sie
denkt. Wenn man sich selber keine Mühe mehr gibt, sie vergessen
zu müssen, schleicht sie sich irgendwann von selbst aus
den Gedanken und dem Gedächtnis. Man muss einfach nur
bereit sein, loszulassen.
Praktische Sigillenmagie ist eine sehr persönliche Art der Magie,
und normalerweise bleibt sie dies auch. Bei mir wichtigen
Themen umgebe ich mich gerne mit der Sigille mit der ich
arbeiten möchte. Obwohl ich sie ständig sehe, übersehe ich sie
einfach irgendwann, weil sie eben ständig da ist. Somit ist sie
aus meinen bewussten Wahrnehmung getilgt, kann jedoch
weiterhin in mein Unterbewusstsein dringen und dort ihr Werk
tun. Es mag gefährlich scheinen, sich mit seinen höchst persönlichen
Sigillen zu umgeben, weil es unangenehme Fragen
von anderen Menschen aufwerfen könnte.
Das interessante daran ist, dass andere oft Sigillen gar nicht
selber wahrnehmen, auch wenn sie sie direkt vor der Nase
haben. Es scheint fast so, als würden sich die Sigille einfach
dem Auge des fremden Betrachters entziehen. Diese Erfahrung
habe ich selber schon öfters gemacht. In meiner Küche
hatte ich über Monate an zwei nicht versteckten Stellen Sigillen
angebracht, aber weder meine Mitbewohnerin noch Besuch
haben mich jemals gefragt, was dies zu bedeuten hätte.
Zum Testen wollte ich die Sigillenmagie auch für ganz profane
Zwecke nutzten. Als Fantasyrollenspielerin lag es nahe,
meinen Würfelbecher mit einem Sigill zu versehen und dies
laden. Auf das merkwürdige Zeichen wurde ich ebenfalls nie
angesprochen. Das gleiche erlebe ich auf der Arbeit. Auf meinen
Arbeitsrechner hatte ich lange Zeit ein Sigill kleben, bis
das Sigill seinen Zweck erfüllt hatte. Nie sprach mich jemand
auf die Sigill an, obwohl meine Kollegin eher zu der neugierigen
Sorte gehört.
7. Praxis
Der Prozess der Formulierung, Sigillisation und Aktivierung
ist eigentlich alles, was man für erfolgreiche Arbeiten mit
Sigillen benötigt. Dennoch kann man diese Art der Arbeit
auch beliebig erweitern und rituell oder im Alltag fortführen.
Im Folgenden möchte ich drei Beispiele für etwas andere Anwendungen
der gleichen Prinzipien schildern.
A. Sigill Eating
Ein kleines Sigillen-Ritual.
1. Einstimmen auf die Arbeit. Sich von seinem Alltagsbewusstsein
zu trennen.
2. kleines Pentagrammritual
3. Auf einer Oblate schreibt man sein Sigill, das man
entworfen hat.
4. Das Sigill legt man vor sich und konzentriert sich
darauf. Gleichzeitig fängt man an das passende
Mantra ein zu stimmen. Durch das Mantra soll
noch mal die Wirkung verstärkt werden.
5. Wenn man so weit ist, verspeist man die Oblate
und nimmt so die Sigill in sich auf.
6. kleines Pentagrammritual
Natürlich kann man in diese Form von Ritual noch eine
Anrufung oder Invokation einer dazu passende Gottheit mit
einarbeiten, wenn man den Wunsch dazu hat. Das Ritual kann
man je nach Bedarf öfters wiederholen. Das Verspeisen der
Sigillenoblate stellt jedoch nicht eine Nachahmung der Eucharistie
dar. Die Oblate ist nicht Sakrament oder „fleischgewordener
Gott“, sondern nur Medium des Sigills. Durch das Verzehren
der Oblate wird das Sigill wortwörtlich „verinnerlicht“.
In der Praxis hat es sich bewährt, diese Art von Ritual direkt
vor dem Schlafengehen zu vollziehen, damit sich das
Sigill über Nacht besser im Unterbewusstsein einnisten kann.
Das verwendete Mantra kann ebenfalls nach der Wortmethode
erstellt werden (s.o.) In diesem Falle ist es identisch mit
dem Willenssatz und eine zusätzliche geeignete Methode, sich
davon zu befreien, was man eigentlich mit dem Sigill erreichen
wollte. Dadurch ist der Geist mit dem Mantra beschäftigt,
so dass er nicht abdriften kann und sich nur noch auf das Sigill
konzentriert. Gleichzeitig untermauert man noch einmal seinen
Wunsch durch das Mantra.
Ich verwende Zuckerschrift aus der Tube, die es in verschiedenen
Farben gibt, um das Sigill auf die Oblate auf zu
tragen. Beides findet man in jeden gut sortieren Supermarkt in
der Backabteilung.
B. Spiegelschau
Eine andere Methode ist mit einem Spiegel zu arbeiten. Dies
verläuft im Grunde ähnlich. Vorweg ein kleines Pentagrammritual,
da man nie wissen kann, welche ungebetene Gäste versuchen,
sich einzunisten. Auf möglichst Gesichtshöhe zeichnet
man das Sigill mit wiederabwaschbaren Stift oder Farbe auf
den Spiegel. Ich selber benutze dazu Lippenstift, den es in
verschiedenen Farben gibt.
Zuerst starrt man auf sein eigenes Gesicht und konzentriert
sich darauf und sieht das Sigill quasi doppelt. Einmal verschwommen,
wie durch eine Kamera unscharf und vor dem
eigenen Gesicht, weil man darauf starrt. Die Gedanken leert
man oder man murmelt ein passendes Mantra, bis das Gesicht
und das Sigill in einander verschwimmen und eins werden. Je
nachdem welchen Zweck es dient, kann man es dann verwischen
oder mit dem Gegenstand, den man mit den Sigill laden
will, verreiben. Der Gegenstand nimmt das Sigill dann in realen
und übertragenen Sinne in sich auf. Abschließend wieder
ein Pentragrammritual.
C. Sigillenkerzen
Die Verwendung einer Kerze für Sigillenarbeiten ist an der
Stelle besonders interessant, wenn man länger mit dem Sigill
arbeiten will. Das Sigill wird auf die Kerze gemalt oder eingeritzt,
und aktiviert, wenn man die Kerze entzündet. Dadurch
kann man sich selber als Ziel setzen, dass man mit der Sigille
so lange/ so oft arbeitet, bis die Kerze heruntergebrannt ist.
Dies variiert natürlich danach, ob man eine kurze Stabkerze
oder eine große Taufkerze benutzt.
Je nach Geschmack kann man auch die Farbe, die die Kerze
haben soll, nach bestimmten Korrespondenzen auswählen,
um ein Prinzip noch zu verstärken. Jedoch ist es nur sinnvoll,
die Farbsymbolik zu benutzen, wenn man sie auch wirklich
verinnerlicht hat. Wenn man sie erst noch nachschlagen muss,
ist es nicht sinnvoll, sie zu benutzen bzw. man sollte dann
lieber sich die passende Farbe instinktiv aussuchen. Für unterschiedliche
Menschen haben Farben unterschiedliche Bedeutungen.
Ein schönes Grünblau soll z.B. den Geist beruhigen.
Wer jedoch Angst vor dem Ertrinken hat, wird dies eher beunruhigen,
weil er an ein tosendes Meer denkt, das ihn verschlingen
könnte. Was man mit den Farben verbindet liegt,
zum Teil also bei der eigenen Lebensgeschichte. Bei den Asiaten
zum Beispiel ist weiß nicht die Farbe der Unschuld und
das Reine, sondern wird mit dem Tot verbunden. Es bleibt
einem selber überlassen, welche Verbindung man zu welcher
Farbe zieht. Auch dies ist Teil kreativer und persönlicher
Symbolik.
Anhang: Die Todesstellung
Aus JUNGKURTH, Marcus M.: Der Magier Austin Osman Spare
und die Magie des Voodoo, Stein der Weisen 1985:
In „The Focus of Life“
definiert Spare die
Todesstellung als
„eine Simulation des
Todes durch vollständige
Negation des Denken d.h.
durch das Abhalten des
Wunsches vom Glauben,
und das Funktionieren des
ganzen Bewusstsein durch
die Sexualität… Durch die
Todesstellung wird dem
Körper erlaubt, sich spontan
zu manifestieren… Nur
der, der seiner Handlung
völlig unbewusst ist, hat den
Mut jenseits von Gut und
Böse: Und er ist rein in
seiner Weisheit von festen
Schlaf.“
Für eine erfolgreiche Ausführung dieser Stellung ist es notwendig,
in die Schichten vorgedrungen zu sein, wo das bewusste Wissen
aufhört und Sexualität zum Gesetz geworden ist. Die entsprechenden
Ebenen entsprechen nach Grant dem reinen Instinkt oder Automatismus,
welcher wiederum kabbalistisch Yesod entspricht, der Kraftzone
der lunaren Ströme. Spare formuliert, dass in diesen Moment
der Immanenz, Schöpfung und Erzeugung des großen Wunsches
spontan Inspiration in die die Quelle des Id fließt, welches hier die
„Uranfängliche Frau“, die Göttin, repräsentiert.
„Inspiration geschieht immer in einem Moment der Leere und die
meisten zufälligen Entdeckungen werden gewöhnlich im Moment
größer physischer Erschöpfung gemacht“
Eindeutig, denn in solchen Momenten ist das bewusste Wissen
ausgeschaltet. Viele Beispiele hierfür lassen sich unter anderem auch
in den Biographien namhafter Wissenschaftler finden. So fand die
Entdeckung der Doppelspiralform der DNS – der Substanz, die das
menschliche Erbgut beinhaltet – im Traum statt, einem Traum, dem
viele schlaflose Nächste vorausgegangen waren. Unser Unterbewusstsein
weiß und versteht mehr, als wir uns je träumen lassen
würden.
In „The Book of Pleasure“ beschreibt Spare die sechste Formel
von Zos, die “Metamorphose durch Todesstellung”” heißt und praktische
Details zur Arbeit enthält:
„Kräfte der Visualisation, Selbst-Diziplin, Konzentration sind
notwendige Eigenschaften. Damit jedwede magische Arbeit effektiv
sein kann, bedarf sie eines großen Mutes.
Durch diese Stellung findet eine vollständige Übertragung des
Bewusstseins in das Sexualzentrum statt, was ein reines Empfindungsvermögen
und die Schöpfung einer neuen Sexualität durch ein
autothelisches (auf sich selbst gerichtes) Konzept zur Geburt bringt:
Die darauf folgende Ekstase ist eine Sublimation (Läuterung).
Da jede Sinnesempfindung durch sexuelle Berauschung auf den
Nullpunkt gebracht wird heißt sie Todesstellung. Alles ist dem Akt A
PRIORI (alles geht dem Akt voraus, die „Erleuchtung“ folgen dem
eigenlichten Akt). Die A POSTERIORI Erleuchtungen enthüllen die
interseuuelle Korrespondenz aller Dinge, und hohe Emotionalität
setzt ein.
Nur er, der die Todesstellung erlang hat, kann die neue Sexualität
begreifen und seine erfüllte, allmächtige Liebe. Sich selbst und
allen vorausgehend, aber nichts ähnlich, verkörpert die Sexualität in
ihrer Einfachheit das Ewige. Die Zeit hat sich nicht geändert, deshalb
nenne ich sie neu.
Die Todesstellung meint damit die Reduktion aller Konzeption(
Sünde)bis zum Neither-Neither, bis der Wunsch zur Zufriedenheit
geworden ist. Dadurch und durch keine anderen (Mittel) werden die
Untätigkeit des Glaubens (sic), die Wiederherstellung der Neuen
Sexualität und die ewig Ursprüngliche Selbst-Liebe in Freiheit erlangen.
Die uranfängliche Lehre (Glaube) geschieht nicht durch das
Üben, das Gemüt auf eine Negation von allen wahrnehmbaren Dingen
zu konzentrieren, auf die Identität von Einheit und Dualität,
sondern dadurch, es jetzt zu tun und nicht gelegentlich. Nimm wahr
und fühle, aber ohne die Notwendigkeit eines Gegensatzes, sondern
durch sein Verwandtes. Nimm Licht ohne Schatten durch seine eigene
Farbe als Kontrast wahr.“
Die Todesstellung zeigt sich somit als vollkommenes Sinnbild
des entleerten Glaubens; sie ist die Grundlage für die große Wiederauferstehung
oder Vergegenständlichung durch das Schweigen des
Bewusstseins und absolute Passivität im Sinne des Nicht-Tuns.
Scheinbar verschieden oder sogar einander entgegengesetzt gibt
es zwei Methoden und Ziele. Die eine davon ist magisch und verwendet
nach außen gerichtete Energien, welche sich „mit allem
anderen“ (all otherness) zu vereinigen suchen. Die zweite Methode
besteht im wesentlichen aus einem mystischen nach Innen-Greifen,
gerichtet auf das geheiligte Zentrum des Dasein, dessen Ausdruck
wiederum die Selbst-Liebe ist. Man könnte meinen, dass die erste
Methode mehr für Anhänger, die zweite mehr für Adepten geeignet
sei. Richtig verstanden zeigen sich diese beiden Wege aber als identisch,
denn das, was Spare als „alles andere“ bezeichnet, ist eigentlich
ohnehin Ausdruck des einen Selbstes in verschiedenen Verkleidungen.
Durch die Anwendung der Todesstellung erkennt man, dass
das Diesseitige (Thisness) als identisch mit dem Jenseitigen (Thatness),
d.h. die bewussten Unterscheidungen hören auf zu existieren.
Neither wird der neue ästhetische oder sexuelle Sinn geboren, die
Quelle von allem jenseitigen (Thatness) geht fortwährend aus als als
„weiblicher Körper“ hervor.
Von da zeigte Spare die Frau als Form des Wunsches, besser als
sigillisierten Wunsch, und wegen der vorgeprägten Eigenschaften
unseres Glaubens ist dieser natürlich gleichermaßen vorgeprägt und
daher einer Wechselhaftigkeit unterworfen. Die Frau erscheint uns
als „alles andere“ in der Vereinigung mit unserem diesseitigen Begehren.
„Zeugung,“ schreibt Spare in „The Focus of Life“, „geschieht
durch mehr Dinge als durch Frauen; die Funktion der Sexualität
besteht nicht zur Gänze in Zeugung: Seltsamere Erfahrungen werden
versprochen als die Vorstellungskraft sie jemals wahrnehmen. Man
muß zurückhalten (den Samen) – um den Willen zur Geburt zu bringen.“
Auf jeder Ebene der Aktivität innerhalb der durch Form festgelegten
Sphären (welche Unterscheidung eigentlich nicht mehr getroffen
werden muß, da alle Sphären außer dem Neither-Neither-Zustand
selbst nur formal sind.), muß der Tätige oder Ausführende durch eine
Form hindurch wirken, die passend ist und regiert wird durch die
Ebene seiner Aktivität-
Eine der wichtigsten von Spares Lehre ist also gleichzeitige Vereinigung
der Sinneswahrnehmung auf allen Ebenen. Hierbei wird
sich das Ego seiner endlosen Schar von Existenzebenen oder Wesenheiten
bewusst. Der Schlüssel zu dieser Lehre ist eine Hemmung
bewusst zu begreifen, was schon die Sigille zeigen, die ja keine bildliche
oder sonst wie geartete Assoziation über das Wesen des darin
ausgedrückten Wunsches zulassen. Hierfür mag es sich als günstig
erweisen, ein gerade angefertigtes Sigill erst eine Zeitlang in der
Schreibtischschublade liegen zu lassen und es erst dann zu aktivieren,
wenn man vergessen hat, welchen Wunsch es repräsentieren
sollte.
„Weder Wahrheit noch Form noch irgendetwas anderes, einmal
objektiv gemacht, wird befriedigend sein. Diejenigen, die sich an
eine bestimmte Lehre gebunden haben, sollten fortfahren, sich in
diesem Kreis wandernden Glaubens zu bewegen: Einer Entartung
jenseits ihrer Grenzen wagen sie nicht ins Auge zu schauen und
erlauben dem Begrifflichen, aus sich selbst heruas in den Vorstellungen
von „ich glaube“ zu existieren.“- „The Book of Pleasure“
„Wünschen wir unmittelbar, haben wir alles verloren; wir sind,
was wir wünschen, daher werden wir keinen Erfolg haben. Wünsche
nicht, und es wird nichts geben, was du nicht verwirklichen kannst.
Glaube nichts, und du wirst zu einer Einfachheit zurückkehren, die
noch nicht einmal die Kindheit erreicht hat… Lasse die Auffassung
sein, dass Wunsch rein oder unrein sei oder Vervollständigung hätteentferne
sie durch das Neither-Neither. Selbst wenn der Wunsch für
die Erschöpfung des Wunsches, durch das Neither-Neither oder für
die Verwirklichung in einer Frau steht. Ost er immer noch ein
Wunsch. Der nach seiner eigenen unendlichen Evolution die Idee,
dass es Geist oder Ungeist gibt( diese Idee hat niemals gute Ergebnisse
gebracht). Entferne alles Begriffliche durch dieselben Mittel…
Solange die Meinung besteht, dass es „zwangsläufige Bindung“ in
der Welt und sogar in Träumen gibt, gibt es eine solche Bindung
auch. Entferne die Konzeption von Freiheit und Bindung in jeder der
Welten oder jedem Zustand der Meditation über Freiheit in Freiheit
durch das Neither-Neither“
Zusammenfassend symolisiert die Todesstellung eines Zustand,
der dem des Todes ähnlich ist, ein Bewusstsein seiner selbst existiert
nicht mehr, keine Wahnnehmung des eigenen Körper oder der Außenwelt.
Es ist der Zustand des Nichts, der Leere und der Auflösung
aller Gedanken und aller Form, in den Sigill gegeben wird, ohne dass
es durch das Bewusstsein zensiert oder abgewiesen werden kann.
Das Unbewusste selbst unterscheidet nicht und nimmt das Sigill
sozusagen als Wahrheit in sich auf.
Wie man das Neither-Neither erlebt, entzieht sich jeder Beschreibbarkeit.
Spare bemerkte dazu nur.
„Mystiker ist einer, der mehr über sich erfährt, als er ausdrücken
kann.“
Quellen
Bücher
BUCHHOLZ, Erich: Schriftgeschichte als Kulturgeschichte,
Verl. d. Inst. f. Geosoziologie u. Politik, 1965
CARROLL, Peter J.: Liber Null & Psychonaut, Samuel Weiser,
1991
FAULMANN, Carl: Schriftzeichen und Alphabete aller Zeiten
und Völker, Augustus Verlag, 1995
FRATER UTDT: Practical Sigil Magic, Llewellyn, 1991
FRIES, Jan: Visual Magick, Mandrake Press, 1992
JUNGKURTH, Marcus M.: Der Magier Austin Osman Spare
und die Magie des Voodoo, Stein der Weisen, 1985
MORRISON, Grant: Pop Magic!, Onlineausgabe, (http://www.
grant-morrison. com/mag.htm)
PENNICK, Nigel: Magical Alphabets, Samuel Weiser, 1992
PENNICK, Nigel: Secret Signs, Symbols and Sigils, Capall
Bann Publishing, 1995
THORSSON, Edred: Handbuch der Runen-Magie, Urania Verlag,
1987
THORSSON, Edred: The Galdrbók. An Icelandic Grimoire,
Samuel Weiser, 1989
Artikel
GRUNER, Axel M.: „Eine Einführung in die Chaosmagie“, Teil
2&3, in: Schwert und Stab Vol.II, Nr.1, Nemed House, 1992
GRUNER, Axel M.: „Eine Einführung in die Chaosmagie“, Teil
4, in: Schwert und Stab Vol.II, Nr.2, Nnemed House, 1992
MENTHU: „Materialien zur Sigillenmagie“, private Kopie,
Archiv des Orients Hamburg
N.N.: „Projekt Hammonia“, Planetare Arbeiten des Orientes
Hamburg, Archiv des Orients Hamburg
SPARE, Austin Osman / CARTER, Frederick: “Automatic Drawing”,
Erstveröffentlichung in FORM MAGAZINE, Vol. 1 No.
1, April 1916
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