Ritus Mortis

 

Großloge Fraternitas Saturni

 

RITUS MORTIS

 

Feierliche Gedenk- und Totenloge

für einen Meister\

 

 

 

 

X   X   X

 

                             Procul hinc Profani

 

 

 

 

 

 

Großloge Fraternitas Saturni

 

TUE WAS DU WILLST IST DAS GANZE GESETZ!

LIEBE IST DAS GESETZ! LIEBE UNTER WILLEN. MITLEIDLOSE LIEBE!

 

 

Die Abhaltung einer Totenloge ist durch das Logengesetz (§19 Abs. 4) verbindlich geregelt.

Die Totenloge stellt den mentalen Kontakt mit jenem her, zu dessen Gedenken sie abgehalten wird. Durch das Ritual wird die Verbindung aller Teilnehmer mit dem Verstorbenen bekräftigt, der vor ihnen das dunkle Tor durchschritten hat. Gleichzeitig fließen Wissen, Erkenntnis und Macht in die Loge.

In der Totenloge wird auch die Realität der Bruderkette bekräftigt, die jenseits von Zeit und Raum weiterführt und den geistigen Tempelbau der Loge vereint mit der Kette der Eingeweihten und Meister.

Während der Osterloge ist jenen Meistern zu gedenken, die im vergangenen Jahr ihre vergänglichen Hüllen abgelegt haben.

Jeden Januar ist eine feierliche Gedenk- und Totenloge für unseren Logengründer Meister Gregor A. Gregorius abzuhalten, der am 5. Januar 1664 das dunkle Tor durchschritten hat. Sein Gedenken kann während der Osterloge rituell erneuert werden.

Auf Beschluß des Konziliums vom 30. März 1997 ist Jacobus Burgundus Molensis, dem letzten Großmeister der Templer, im Arbeitsteil des Generalrituals im März zu gedenken. Eine Gedenk- und Totenloge wird für ihn nicht abgehalten. Sein Todestag ist der 14. März 1314.

Wenn in der Rufung des Verstorbenen von Bruder gesprochen wird, ist sinngemäß auch Schwester zu verwenden.

Praeparatio

Logen-Beamte:            Meister vom Stuhl (MvSt..)
                                   Erster Aufseher (1.A.)
                                   Zweiter Aufseher (2.A.)
                                   Zeremonienmeister (ZM.)

 

Gestaltung des Logenraumes:

 

MvSt.:                   Ritualbuch
Weißes Tuch mit schwarzem Kardinalkreuz (auf der Vorderfront des Altares angebracht, d.h. über dem Malkuth-Zeichen.)
Dreiarmiger Leuchter mit schwarzen Kerzen
Räucherpfanne und Saturnräucherung
Silberschale
Pergament mit schwarzem Saturnsigill
Hammer

Erster Aufseher:    Ritualbuch
Dreiarmiger Leuchter mit schwarzen Kerzen
Glocke

Zweiter Aufseher: Ritualbuch
Dreiarmiger Leuchter mit schwarzen Kerzen
Gong
Fidibus

 

In der Mitte des Logenraumes ist ein zusätzlicher Altar (im Folgenden „Totenaltar“ genannt) aufgebaut. Auf ihm befinden sich eine schwarze Totenkerze, die Mumia (persönliche Gegenstände oder ein Bildnis) des Verstorbenen und ein Räuchergefäß.

 

Sofern der Tempel ausreichend Platz bietet, wird für den Verstorbenen, für den die Loge abgehalten wird, rechts vom Altar ein Stuhl bereit gestellt.

 

 

Vorbereitung:

 

Die Logenbeamten bereiten den Tempelraum vor. Über die Vorderseite des Altars wird mittig das weiße Tuch mit dem Kardinalkreuz gebreitet.

Leuchter, Räucherpfanne und die erforderlichen rituellen Requisiten werden bereitgelegt. Die Räucherkohlen werden entzündet.

Als Mumia des Verstorbenen werden eine Fotografie und/oder persönliche Gegenstände auf den Totenaltar gelegt. Sofern Platz vorhanden, wird ein Stuhl rechts vom Altar hingestellt.

Ist alles bereitet, erfolgt durch den Meister vom Stuhl die zeremonielle Entzündung der Kerzen in Reihenfolge

MvSt..  --  Erster Aufseher  --  Zweiter Aufseher.

Danach wird vom Zeremonienmeister im Tempel leicht geräuchert.

Bevor der Zeremonienmeister die Tempelpforte öffnet, bedecken die Beamten ihr Haupt mit den Kapuzen und stimmen sich auf das Ritual ein. Die Häupter aller Anwesenden bleiben während der gesamten Gedenk- und Totenloge bedeckt.

 

Institutio

  1.                 Auf ein Zeichen des MvSt. öffnet der ZM die Tempelpforte.

              Die Tempelpforte ist geöffnet.

Die Brüder und Schwestern betreten einzeln mit gekreuzten Armen den Tempel. Die Häupter sind bedeckt.

Die Eingetretenen verneigen sich zwischen den Aufsehern gegen Norden und gehen im rechten Winkel und im Lauf der Sonne schweigend auf ihre Plätze.

Ist Ruhe eingetreten, spricht halb singend der

1.A.        In Ordnung, meine Brüder und Schwestern!

MvSt.     Bruder Erster Aufseher, welche Zeit ist es?

1.A.               Ehrwürdiger Meister vom Stuhl,
es ist die rechte Stunde, um eine Gedächtnis- und Totenloge abzuhalten.

MvSt.     Bruder Erster Aufseher, Sie haben recht gesprochen.
Wessen Gedächtnis soll geehrt werden?

1.A.        Wir haben ………… zu gedenken.

MvSt.     Wann ist seine Todesstunde?

1.A.               Jetzt und zu dieser Stunde.

MvSt.     So gebiete ich denn Schweigen und Andacht.

Kurze Stille

steht auf und vollzieht das Öffnen des Schleiers.

Drei Hammerschläge  xx x

(sehr getragen, als kämen die Töne aus einer Gruft).

In Nomine Demiurgi Saturni; die Loge ist geöffnet.

 

       Der MvSt. hebt die Silberschale mit dem Saturnsigill empor und ruft:

SANCTUS SATURNUS!
SANCTUS SATURNUS!
SANCTUS SATURNUS!

Wir, die wir mit Deiner Sphäre verbunden sind, rufen Dich!
Lasse die Lebenskraft aus Deiner Sphäre auf Dein Siegelherabfließen, damit sich die Dynamide bilde und stark genug werde, dem heutigen großen Werk zu dienen!

Der MvSt. zieht die Lebenskraft in das Saturnsigill.

2.A.             3 Gongschläge

Ritus Fumificandus

1.A.                      Schweigen - Schweigen -  Schweigen!

                       3 Glockenschläge

MvSt.     Gratias agamus Sanctus Saturno!

2.A.        3 Gongschläge

MvSt.     Bruder Zeremonienmeister,
vollziehen Sie die rituelle Räucherung.

  1.                 tritt vor den Altar und verneigt sich.
    Er legt Räucherstoff auf die glühende Holzkohle und vollzieht die Räucherung, wobei er die Räucherpfanne in Richtung des MvSt. schwenkt.
    Dabei kann er das Saturnsigill oder auch die Lemniskate ziehen.

IN NOMINE DEMIURGI SATURNI
IN NOMINE DEMIURGI SATURNI
IN NOMINE DEMIURGI SATURNI

Der ZM verneigt sich und überreicht die Räucherpfanne dem MvSt., der die Räucherung hinter dem Altar vollendet.

MvSt.        Der MvSt. räuchert nach oben:

                  IN NOMINE DEMIURGI SATURNI

Der MvSt. räuchert nach unten:

                  IN NOMINE DEMIURGI SATURNI

Der MvSt. räuchert nach Osten:

                  IN NOMINE DEMIURGI SATURNI

Der MvSt. räuchert nach Süden:

                  IN NOMINE DEMIURGI SATURNI

Der MvSt. räuchert nach Westen:

                  IN NOMINE DEMIURGI SATURNI

Der MvSt. räuchert nach Norden:

                  IN NOMINE DEMIURGI SATURNI

                       stellt dann die Räucherpfanne auf den Altar.

Invocatio Magica

1.A.        3 Glockenschläge

MvSt.        vollzieht weiterhin stehend die Anrufung:

Meine Seele ist hinabgestiegen in die Tiefe und ruft Dich Ewiger, der Du warst, bist und sein wirst,
der Du alles erhältst, veränderst und von neuem erschaffst.

Du sitzest auf Deinem Thron und die Vier blicken Dich an, nach deren Bild alles erschaffen ist.

Und ich, ........................, Dein Ebenbild,
steige durch das Feuer der Liebe unter Willen zu Dir kraft der mir übertragenen besonderen und geheimen Macht, Gewalt und Kraft empor.
Und ich herrsche durch Dein Wort in den drei Reichen.

Und so wie das Feuer das Wasser trägt und das Wort das Mittel schafft, so sitze ich jetzt gleichsam auf dem Thron meiner Schöpfung und die Welt der Erscheinungen gehorcht mir.

                  Also rufe ich Euch,
Ihr Kräfte des Feuers, (zieht das Dreieckssigill Feuer)

              des Wassers, (zieht das Dreieckssigill Wasser)

              der Luft (zieht das Dreieckssigill Luft)

              und der Erde, (zieht das Dreieckssigill Erde)

              stellt Euch um mich!

Dein Segen, Ewiger, sei über mir und denen, die mir nachfolgen!

Lasse auf meiner Stirn Dein heiliges Zeichen leuchten und mache mich stark zum großen Werk!

Der MvSt. setzt sich.

2.A.        neun Gongschläge

1.A.        In Ordnung, meine Brüder und Schwestern!

MvSt.     Bruder Zeremonienmeister, entzünden Sie die Totenkerzen!

  1.        nimmt den Fidibus vom Platz des 2.A., tritt vor den Altar, nimmt von der mittleren Kerze Feuer und entzündet die Totenkerze.
    Er verbeugt sich dreimal und spricht:

              Das Licht leuchtet den Lebenden.
Es leuchtet jetzt auch für unseren Bruder,
den Meister …………..!

1.A.        drei Glockenschläge

1.A.,2.A. begeben sich rechts und links neben den Altar.

MvSt.     erhebt sich und spricht:

              Liebe Brüder und Schwestern, treten Sie nun in die Bruderkette!

Die Bruderkette wird um den Altar und den Totenaltar geschlossen. Der 1.A. und der 2.A. legen dem MvSt. ihre Hand auf seine Schulter-Chakren und schließen dadurch die Kette.

Atmen Sie die Lebenskraft ein, die sich auf das Sigill des Saturn übertrage!

1.A.                        Der 1. A. zählt langsam 9 x Ein – Aus und steuert das gleichmäßige Atmen in der Kette

MvSt.                   Der MvSt. überträgt beim Ausatmen die Lebenskraft in das Saturnsigill.
Nach dem 9. Ausatmen hebt er die Arme und ruft ekstatisch:

              Ich mache meinen Willen los und frei!

Alle        Thelema!

MvSt.     Und mein Wille befiehlt im Namen des Ewigen!

Alle        Thelema!

MvSt.     Und nach Gesetz, Gerechtigkeit, Maß und Zahl des Demiurgen Saturn!

Alle        Thelema!

MvSt.     Es manifestiere sich die unsterbliche Wesenheit des Bruders und Meisters …………!
Er nehme die Form und Gestalt an, wie sie uns von seinem Erdenwallen her bekannt ist!
Empfange durch unseren gemeinsamen Willen Leben von der zur Dynamide gestauten Kraft!
Mögen Dir die gerufenen Elemente zum Werkzeug Deiner Manifestation dienen!

Und so rufe ich Dich, Bruder und Meister
                                   …………
Ich sende meinen Ruf in die Höhe und in die Tiefe und nach den vier Himmelsrichtungen.
VENI! --- VENI! --- VENI!

Nimm Platz auf dem für Dich bereit gestellten Stuhl! (Nur wenn ein Stuhl bereit gestellt ist.)

Komm in unsere Mitte!

  1.        Wir lösen die Kette und begeben uns wieder an unsere Plätze.

legt nochmals Räucherstoff auf dem Totenaltar nach.

Alle nehmen wieder ihre Plätze ein.

Nun steuert der MvSt. die Kommunikation mit dem Gerufenen. Sofern keine sichtbare Erscheinung eintritt, kann er z.B.  vorbereitete Fragen verlesen und hört mit seinem inneren Ohr auf die Antworten des gerufenen Bruders und Meisters.

1.A.        auf ein Zeichen des MvSt.:

              3 Glockenschläge.

 

MvSt.     geht zum Stuhl bzw. zum Totenaltar.

              Habe Dank, lieber Bruder und Meister ………, daß Du unserem Rufe Folge geleistet hast und aus der Mentalebene zu uns gekommen bist.
Habe Dank für Deine Gegenwart!
Gehe nun hin in Frieden wieder an jenen Ort, der Dir bereitet wurde und möge das ewige Licht Dir leuchten, jetzt und immerdar!

Erheben Sie sich, meine Brüder und Schwestern und verneigen Sie sich mit mir

              alle verneigen sich dreimal.

2.A.                        dazu drei Gongschläge.

MvSt.        geht auf seinen Platz zurück und bleibt stehen.

1.A.        3 Glockenschläge

              In Ordnung, meine Brüder und Schwestern, bitte nehmen Sie Ihre Plätze wieder ein.

              Alle nehmen den Herrschersitz ein.

MvSt.     Bruder Zeremonienmeister löschen Sie die Totenkerzen!

  1.        löscht die Totenkerzen in umgekehrter Reihenfolge.

 

Benedictio

  1. MvSt.            erhebt sich und geht zur Mitte des Raumes;
    er wendet sich nach Osten, hebt die Arme hoch, die Handflächen nach oben geöffnet, und spricht:

    Sanctus Saturnus, gib meinen Händen die Kraft zu segnen!

                  richtet seine Handflächen nach vorn und spricht:

Ich sende meinen Segen nach Osten, in das aufsteigende Licht, Euch Ihr Meister und Euch Ihr Herren der Elemente, die Ihr mir beigestanden habt, Euer Bruder grüßt, dankt und segnet Euch!

zieht ein gleichschenkliges Kreuze und verneigt sich einmal.

2.A.                    Gong       gleichzeitig zum Kreuz

 

  1. MvSt.            wendet sich nach Süden, hebt die Arme hoch, die Handflächen nach oben geöffnet und spricht:

    Sanctus Saturnus, gib meinen Händen die Kraft zu segnen!

    richtet seine Handflächen nach vorn und spricht:

    Ich sende meinen Segen nach Süden, Euch, meine Brüder und Schwestern im Licht, die Ihr mir geholfen habt, Euer Bruder grüßt, dankt und segnet Euch!

    zieht ein gleichschenkliges Kreuze und verneigt sich einmal.
     

2.A.                    Gong       gleichzeitig zum Kreuz

 

 

  1. MvSt.            wendet sich nach Westen, hebt die Arme hoch, die Handflächen nach oben geöffnet und spricht:

    Sanctus Saturnus, gib meinen Händen die Kraft zu segnen!

    richtet seine Handflächen nach vorn und spricht:

    Ich sende meinen Segen nach Westen; es sollen alle gesegnet sein, die mir nachfolgen. Ich will Euch soviel Macht und Gewalt übertragen, wie Euer guter Wille verdient!

    zieht ein gleichschenkliges Kreuze und verneigt sich einmal.

2.A.                    Gong       gleichzeitig zum Kreuz

 

  1. MvSt.            wendet sich nach Norden, hebt die Arme hoch, die Handflächen nach oben geöffnet und spricht:

    Sanctus Saturnus, gib meinen Händen die Kraft zu segnen!

    richtet seine Handflächen nach vorn und spricht:

    Ich sende meinen Segen nach Norden, in das Dunkle, in das Leere!

    zieht ein gleichschenkliges Kreuze und verneigt sich einmal.

 

2.A.                    Gong       gleichzeitig zum Kreuz

 

  1. MvSt.            Möge Dein Wille geschehen, Ewiger, der auch der meine ist.
    Möge die Stimme der Stille mich beraten!

    Möge Deine Macht, Dein Glanz und Deine Herrlichkeit im Dunkel von Raum und Zeit vollenden, was kein Mensch kann, sondern nur Du allein, Aeternus Saturnus!

                  kreuzt die Arme über der Brust, verneigt sich dreimal und begibt sich wieder stehend hinter den Altar.

2.A.        3 Gongschläge

Stille

MvSt.     Nicht Leben ohne Tod!
Nicht Tod ohne Leben!

Alle                       A U M

MvSt.     hebt die Silberschale mit der geladenen Sigille empor und spricht:

                        Sanctus Saturnus!
Nimm in Deine Sphäre den Rest der geballten Lebenskraft,
segne sie, daß sie sich vermehre und verstärke und laß sie wieder auf uns kommen,
wenn wir rituell danach verlangen!

Alle        A U M

MvSt.     Bruder und Meister …………
gestorben anno …………
Requiescat in pace!

Alle        A U M

2.A.        3 Gongschläge

 

MvSt.     Erheben Sie sich, meine Brüder und Schwestern!
Kreuzen Sie die Arme über der Brust, senken Sie das Haupt und empfangen Sie den Segen Saturns!

              Benedicat nos, Sanctus Saturnus,
et donet nobis pacem!

                        zieht ein gleichschenkliges Kreuz

2.A.             Gong zum Kreuz

 

MvSt.        Bruder Erster Aufseher,
              welche Zeit ist es?

1.A.        Ehrwürdiger Meister vom Stuhl,
              es ist Mitternacht.
              Die Arbeit ist vollbracht.

MvSt.     Die Gedenk- und Totenloge ist geschlossen.
              Gehet nun hin in Frieden!

              Drei Hammerschläge  xxx

                        (sehr getragen, als kämen die Töne aus einer Gruft).
                  Danach schließt der MvSt. den Schleier.

 

 

Der Zeremonienmeister öffnet die Tempeltür. Die Brüder und Schwestern treten einzeln vor den Altar und verneigen sich. Dann verlassen sie den Tempel in umgekehrter Reihenfolge des Eintretens. Gebrechliche Brüder und Schwestern werden vom Zeremonienmeister hinausgeleitet.

Danach verneigen sich die Beamten gemeinsam vor dem Altar. Zum Schluß löscht der Zeremonienmeister die Kerzen in umgekehrter Reihenfolge.